„Peter und der Wolf“ und die Liebe zur Geige

Akademistin Aline Brunner (25) kam aus der Schweiz nach Rostock.

Die Norddeutsche Philharmonie Rostock hat neun Akademistinnen und Akademisten in ihre Reihen aufgenommen, um ihnen während des Musikstudiums ein Jahr lang die Chance zu geben, gemeinsam mit einem Orchester zu musizieren und den Orchesteralltag kennenzulernen. Unter den jungen talentierten Musikern ist die 25-jährige Schweizerin Aline Brunner, die ein Geigenstudium in Luzern und Rostock erfolgreich absolviert hat.

Woher kommt die Leidenschaft für Musik? Wuchsen Sie in einer Musikerfamilie auf?

Nein, meine Eltern haben professionell nichts mit Musik zu tun. Für mich begann alles mit dem Musikmärchen „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew, das ich als Fünfjährige erstmals hörte. Die Geigen-Melodie, die Peter verkörpert, faszinierte mich. Ich drängte meine Eltern, Unterricht im Geigenspiel zu bekommen, was ich dann in der 2. Klasse realisieren durfte. Mit 12 Jahren wurde ich in das Talenteförderprogramm des Kanton Baselland aufgenommen und bekam dadurch u.a. Klavierunterricht und Schulungen in der Gehörbildung. Die Violine ließ mich nicht mehr los. Nach der Matura mit Schwerpunkt Musik absolvierte ich ein Vorstudium in Luzern und begann dort dann auch nach einem Jahr das Bachelorstudium. Ein Erasmusjahr führte mich 2023 an die Hochschule für Musik und Theater Rostock, an der ich in diesem Sommer meinen Bachelor erfolgreich beendet habe.

Was hat Sie am Norden gereizt?

Ich wollte unbedingt bei Prof. Dr. Holger Wangerin studieren und habe mich sehr gefreut, dass ich genommen wurde. Ich habe viel gelernt, auch menschlich passte alles hervorragend. Außerdem bin ich zu einem Viertel Dänin. Meine Großmutter stammt aus Dänemark und mit der Familie verbrachte ich dadurch jeden Sommer an der Nordsee.

Wie gefällt Ihnen die Zusammenarbeit mit dem Rostocker Orchester?

Sehr gut. Ich habe das Gefühl, dass sich die Orchestermitglieder auf uns Studierende gefreut haben und gern mit uns musizieren. Ein paar Erfahrungen bringe ich aus meiner Zeit mit dem Schweizer Jugend-Sinfonieorchester mit. Bei den ersten zwei Philharmonischen Konzerten der Norddeutschen Philharmonie durfte ich bereits mitwirken. Es gab wirkliche Gänsehautmomente, gemeinsam die Kraft eines Orchesters zu erleben. Aber auch die Begeisterung des Publikums verschafft Glücksgefühle.

Sie haben sich für ein fortführendes Masterstudium in Leipzig entschieden. Warum?

Ich habe mich für einen künstlerisch-pädagogischen Master entschieden, um später auch qualifiziert als Geigenlehrerin arbeiten zu können. Leipzig ist historisch und kulturell einfach ein besonderer Ort, mit dem Gewandhaus und seinem Orchester, mit den Traditionen von Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen Namen auch die Hochschule trägt. 

Schon jetzt geben Sie Geigenunterricht in Schwerin… für Kinder?

Genau, ich unterrichte beispielsweise Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren im Einzelunterricht. Mir macht die Arbeit mit den Kindern sehr viel Freude. Ich unterrichte aber auch junge Erwachsene, die sich endlich den langgehegten Wunsch erfüllen wollen, das Geigenspiel zu erlernen.

Bleibt da noch Zeit für ein Hobby?

Ich jogge sehr gerne, laufe am Ufer der Warnow entlang oder auch mal die Strecke vom Stadtzentrum nach Warnemünde. Dabei höre ich dann aber meist keine Klassik, sondern spannende Podcasts.