Rostocker Friedemann Ernst (18) zu seiner Motivation für ein Freiwilliges Soziales Jahr.
Warum ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Kultur?
Ich habe im Frühjahr 2026 mein Abitur am Rostocker Musikgymnasium „Käthe Kollwitz“ abgeschlossen und möchte im kommenden Jahr ein klassisches Gesangs-Studium beginnen. Die Zeit am Volkstheater ermöglicht mir Einblicke im Bereich der Konzert- und Musiktheaterdramaturgie. Ich wollte neben dem Klavier- und Gesangsunterricht nicht einfach nur „jobben“, um Geld zu verdienen. Mein Ziel ist es, meinen Horizont zu erweitern.
Was genau machen Sie?
Die Arbeit ist sehr vielseitig. Ich recherchiere über verschiedene Komponisten und deren Werke, helfe beim Erarbeiten von Programmheften und Texten für andere Veröffentlichungen des Volkstheaters. Dabei habe ich beispielsweise auch die jüdische Komponistin Maria Herbst (1878-1950) aus Köln für mich entdeckt, die die Cellistin Raphaela Gromes beim 1. Philharmonischen Konzert in Rostock vorstellte. Außerdem stehe ich in Kontakt zu Schulen im Rahmen der konzertpädagogischen Projekte.
Woher stammt Ihre Leidenschaft für die Musik?
Meine Eltern lieben die klassische Musik und haben uns Kinder früh zu Konzerten mitgenommen und unsere Ausbildung ermöglicht. Mein älterer Bruder Hans Henning Ernst spielt Geige und hat seinen Bachelor-Abschluss an der Hochschule für Musik und Theater Rostock absolviert. Er arbeitet inzwischen als Erster Konzertmeister in Herford.
Der Gesetzgeber hat ein Taschengeld von ca. 400 bis 600 Euro für das FSJ festgelegt. Lässt sich damit das Jahr finanzieren?
Das Taschengeld ist hilfreich und um eine Wohnung oder ein WG-Zimmer zu bezahlen, kann man Wohngeld beantragen, um auch ohne Unterstützung durch die Eltern das Jahr finanziell bestreiten zu können. Ich finde, das Freiwillige Soziale Jahr ist eine tolle Möglichkeit, sich persönlich und beruflich zu orientieren und um Verantwortung zu übernehmen.
Foto: Friedemann Ernst Quelle: A. Pröber
